Pressebericht © 2011 Neue Westfälische, Löhner Nachrichten, 08.02.2011Von Henrike Hohmeyer
Mitreißender Gospel-Gottesdienst"Joyful Voices" sorgten für eine beeindruckende Atmosphäre in der Siemshofer Heilandkirche
Löhne. Ist ein Gospel-Konzert eigentlich ein Gottesdienst? Diese Frage war vor dem Auftritt der Joyful Voices von vielen verschiedenen Seiten an Chorleiterin Janina Bohnhorst herangetragen worden.
In ihrer kleinen Ansprache zu Beginn ergriff sie die Möglichkeit, dies zu klären: "Natürlich ist es das. Wir loben und preisen den Herrn hier genauso wie in normalen Gottesdiensten, nur verwenden wir dabei emotionsgeladene Lieder, die ansprechen und mitreißen wollen." Die Abfolge ihrer Gospels sei außerdem ähnlich einer Gottesdienstliturgie. Es gäbe ein Gloria, viele Halleluja und eine kleine Predigt habe sie ja so eben gehalten.
Nach dem gesprochenen Wort ging es dann weiter mit dem gesungenen. Auch bei ihrem elften Konzert schafften es die Sängerinnen und Sänger, von Anfang an Gänsehautstimmung zu erzeugen. "Wer vorher noch kein Gospel-Fan war, der ist es spätestens jetzt. Das ist einfach ansteckend", sagte Gundula Sassmann (53). Sie hatte sich schon seit längerem vorgenommen, ein Konzert zu besuchen. "Immer war noch etwas dazwischen gekommen, aber von nun an wird es eine feste Größe in meinem Terminkalender sein."
Traditionell zogen die "Voices" durch den Mittelgang ein. Dabei erzeugten sie in der dämmerigen, vollbesetzten Kirche mit einem stimmungsvoll getragenen Lied eine ergreifende Atmosphäre. Facettenreich und stimmgewaltig präsentierten sie dann eine abwechslungsreiche Auswahl aus ihrem Repertoire. "Ursprünglich entstanden sind die Gospel-Songs als Freiheitsgesänge von farbigen Sklaven. Mittlerweile gibt es sogar feste Regel zum Komponieren eines solchen Liedes", erläuterte Bohnhorst zwischen zwei Stücken.
Eines hat sich jedoch nicht geändert. Immer geht es um große Gefühle. Wie auch in dem Song "Thankful", der ganz spontan entstand, als der Komponist Vater wurde. Bei diesem Stück überzeugte Marion Nowack als Solistin.
Und auch alle anderen Sängerinnen und Sänger, die allein nach vorn an das Mikrofon gingen, sangen bravurös. Jedem einzelnen gelang es mit seiner Stimme dem gesamten Lied eine individuelle Note zu geben.
Nicht fehlen darf bei so einem Gospel-Chor-Gottesdienst ein Vaterunser. Doch dies wurde nicht gesprochen, sondern natürlich auch gesungen. Und da der Text mit einem Beamer an die Kirchenwand geworfen wurde, sangen alle Besucher mit. Eine wahrlich tolle Atmosphäre. Wie in jedem Jahr spielte die Band rund um Tobias Schopf wieder zwei Solo-Stücke, bei deren Wahl sie in diesem Jahr wirklich ein gutes Händchen bewiesen.
Den "Joyful Voices" gelang mit ihren Konzerten genau das, wofür Gospel steht - Menschen zu begeistern und mitzureißen. Selbst wenn man einige Texte nicht verstand, den eingängigen Rhythmen und Melodien konnte sich wohl kaum jemand entziehen.
Bei "Study war no more" hielt es keinen mehr auf den Plätzen. Alle Zuhörer standen auf, klatschten mit und fingen sogar an, ein wenig zu tanzen.
Danach wurde es noch einmal besinnlich und mit "Shine your light" und vielen Wunderkerzen verabschiedeten sich die "Joyful Voices" bis zum nächsten Mal.
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